Der Sozinianismus ist eine christliche Glaubensrichtung, die im 16. und 17. Jahrhundert vor allem durch Fausto Sozzini geprägt wurde. Er steht in der Tradition der Reformation, geht jedoch über sie hinaus, indem er theologische Lehrsätze konsequent am biblischen Zeugnis und an der menschlichen Vernunft prüft. Maßgeblich ist dabei die Überzeugung, dass Gott den Menschen nicht zu einem widersprüchlichen oder unverständlichen Glauben ruft. Was als christliche Lehre gelten soll, muss sich klar aus der Schrift ergeben und zugleich vernünftig nachvollziehbar sein.
Im Mittelpunkt des sozinianischen Glaubens steht der eine Gott, der allein der Vater ist. Er ist der einzige wahre Gott, Ursprung aller Dinge und höchste Autorität. Diese Auffassung versteht sich als Fortführung des biblischen Monotheismus, wie er im Alten Testament bezeugt und von Jesus selbst bestätigt wird. Spätere trinitarische Lehrentwicklungen werden als historisch erklärbare, aber biblisch nicht zwingende Dogmen betrachtet.
Jesus Christus wird im Sozinianismus nicht als präexistenter oder wesensgleicher Gott verstanden, sondern als wirklicher Mensch, den Gott in einzigartiger Weise erwählt und gesandt hat. Er ist der Messias, der Sohn Gottes aufgrund seiner Sendung, seines vollkommenen Gehorsams und seiner Auferweckung durch Gott. Durch seine Lehre, sein Leben und sein stellvertretendes Leiden weist er den Weg zum Heil und ruft die Menschen zu Umkehr, Glauben und einem neuen Leben auf. Seine Autorität ist von Gott verliehen und verweist stets über sich selbst hinaus auf den einen Gott, den Vater.

Der Heilige Geist wird nicht als eigenständige Person innerhalb eines trinitarischen Gottesbegriffs verstanden, sondern als die wirksame Kraft, das Handeln und die Gegenwart Gottes. In dieser Kraft wirkt Gott in der Geschichte, inspiriert die Schrift, befähigt Jesus zu seinem Dienst und stärkt die Gläubigen im Glauben.
Diese grundlegenden Überzeugungen bilden den Rahmen für eine nüchterne, bibelorientierte und argumentativ klare Theologie. Der Sozinianismus versteht sich nicht als Abkehr vom Christentum, sondern als Versuch, den ursprünglichen Glauben der ersten Christen von späteren dogmatischen Überformungen zu unterscheiden und neu verständlich darzustellen.
Zentrale Überzeugungen des Sozinianismus
1. Ein Gott – der Vater allein
Johannesevangelium 17,3:
„Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“
Der Sozinianismus bekennt sich zu einem strikten und ungeteilten Monotheismus. Als der einzige wahre Gott wird ausschließlich der Vater anerkannt. Er allein besitzt göttliche Wesensart, ewige Existenz und höchste Autorität. Gott ist nicht zusammengesetzt, nicht vervielfacht und nicht in mehrere Personen unterschieden. Er ist der eine Schöpfer des Himmels und der Erde, Ursprung allen Lebens und Ziel der gesamten Schöpfung.
Diese Überzeugung versteht sich als unmittelbare Fortführung des biblischen Gottesglaubens Israels und der Verkündigung Jesu selbst. In der Heiligen Schrift wird Gott durchgängig als eine personale Wirklichkeit bezeugt, die als „der Vater“ angeredet wird. Jesus unterscheidet klar zwischen sich und Gott und bezeichnet den Vater ausdrücklich als den „allein wahren Gott“. Diese Aussage wird im Sozinianismus nicht relativiert oder metaphysisch umgedeutet, sondern in ihrem klaren Wortsinn ernst genommen.
Die Trinitätslehre wird zurückgewiesen, weil sie im biblischen Text keine eindeutige Grundlage hat. Weder findet sich in der Schrift eine Lehre von drei göttlichen Personen noch eine Erklärung, wie ein Gott zugleich drei sein könne. Aus sozinianischer Sicht handelt es sich bei der Trinität um eine spätere theologische Konstruktion, die unter dem Einfluss griechischer Philosophie entstanden ist und das einfache biblische Gottesbild verkompliziert. Statt Klarheit zu schaffen, führt sie zu begrifflichen Widersprüchen, die weder die Schrift selbst noch die Vernunft verlangt.
Gott ist nach sozinianischem Verständnis nicht der höchste Gott unter mehreren, sondern der einzig Existierende in göttlicher Natur und Herrlichkeit. Alles andere – Engel, Menschen, auch der Messias – steht ontologisch unter ihm und ist vollständig von ihm abhängig. Diese klare Unterscheidung bewahrt sowohl die Einzigkeit Gottes als auch die Ehre Jesu, ohne die Grenzen zu verwischen, die die Schrift selbst zieht.
Der Glaube an den einen Gott, den Vater, bildet damit das Fundament des Sozinianismus. Von ihm her werden alle weiteren Lehrpunkte verstanden: die Stellung Jesu Christi, das Wirken des Heiligen Geistes und das Verständnis von Erlösung, Verantwortung und Glaubensgehorsam.
2. Jesus Christus – der verheißene Messias und Menschensohn
1. Timotheus 2,5: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.“
Der Sozinianismus versteht Jesus eindeutig und konsequent als den Christus, das heißt als den von Gott verheißenen Messias. Er ist der Sohn Davids, hervorgegangen aus menschlicher Abstammung, und steht vollständig innerhalb der menschlichen Wirklichkeit. Seine Sohnschaft besteht nicht in einer göttlichen Natur oder ewigen Präexistenz, sondern in seiner besonderen Beziehung zu Gott, die durch Berufung, Gehorsam und Auferweckung begründet ist. In diesem Sinn wurde Jesus durch Gott selbst als „Sohn Gottes“ bestätigt und eingesetzt.
Jesus ist nicht von Natur aus Gott, sondern ein Mensch, der in einzigartiger Weise durch Gottes Geist erfüllt, geleitet und bevollmächtigt wurde. Alles, was er lehrte und wirkte, tat er im Auftrag Gottes und in völliger Abhängigkeit von ihm. Seine Vollmacht ist nicht eigenständig, sondern verliehen. Gerade darin liegt seine Vorbildlichkeit: Er lebte nicht aus sich selbst, sondern vollkommen aus dem Willen Gottes.
Als Mittler zwischen Gott und den Menschen nimmt Jesus eine unvergleichliche Stellung ein. Er steht zwischen beiden Seiten nicht aufgrund einer doppelten Natur, sondern aufgrund seiner Sendung. Als Mensch kann er die Menschen vertreten; als von Gott Beauftragter kann er Gottes Willen zuverlässig offenbaren. Er vermittelt Erkenntnis, ruft zur Umkehr, lehrt den Weg der Gerechtigkeit und führt die Menschen zu Gott hin. Seine Mittlerschaft besteht nicht in metaphysischer Vermittlung, sondern in moralisch-geistlicher Führung.
Jesus ist das vollkommene Vorbild des Gehorsams. Sein Leben war ganz auf Gott ausgerichtet und zugleich dem Wohl der Menschen gewidmet. Er suchte nicht seine eigene Ehre, sondern die Ehre dessen, der ihn gesandt hat. Selbst im Leiden und im Tod blieb er Gott treu. Gerade dieser vollkommene Gehorsam ist der Grund dafür, dass Gott ihn auferweckt und erhöht hat.
Durch seine Auferstehung hat Gott Jesus bestätigt und ihm Macht und Herrschaft verliehen. Er ist nun Herr und Messias, eingesetzt über die Gemeinde und bestimmt zum Richter der Welt. Diese Erhöhung ist eine göttliche Auszeichnung, keine Rückkehr zu einer angeblich ursprünglichen Gottheit. Jesus bleibt auch in seiner Erhöhung der Mensch Christus Jesus, der von Gott eingesetzt und verherrlicht wurde.
So ist Jesus für den sozinianischen Glauben Lehrer, Vorbild, Herr und Fürsprecher – der von Gott gesandte Retter der Welt. Doch er ist nicht Gott selbst. Diese klare Unterscheidung bewahrt sowohl die Einzigkeit Gottes als auch die einzigartige Stellung Jesu und entspricht dem ausdrücklichen Zeugnis der Schrift, dass „ein Gott“ ist und „ein Mittler“: der Mensch Christus Jesus.
3. Der Tod Jesu – Bedeutung, aber keine stellvertretende Sühne
Der Sozinianismus lehnt die Lehre ab, der Tod Jesu sei ein stellvertretendes Sühneopfer gewesen, durch das Gottes Zorn besänftigt oder eine göttliche Strafgerechtigkeit erfüllt werden müsse. Ein solches Verständnis setzt voraus, dass Gott ohne Blutvergießen nicht vergeben könne. Dem widerspricht jedoch das biblische Zeugnis, das Gott als barmherzig und zur Vergebung bereit beschreibt. Vergebung wird in der Schrift an Umkehr und Glauben gebunden, nicht an eine vorausgehende „Bezahlung“.
Psalm 103,8:
„Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.“
Lukasevangelium 24,47:
„Dass Umkehr zur Vergebung der Sünden gepredigt werde.“
Der Tod Jesu erhält seine Bedeutung daher nicht in einem juristischen oder kultischen Sinn, sondern in seiner heilsgeschichtlichen und moralischen Aussagekraft.
Zunächst ist er Ausdruck vollkommenen Gehorsams. Jesus blieb Gott treu bis zuletzt und bezeugte durch sein Leiden und Sterben, dass bedingungsloser Gehorsam gegenüber Gott möglich ist – selbst unter äußerstem Druck. Sein Tod ist der konsequente Abschluss eines Lebens, das ganz dem Willen Gottes untergeordnet war.
Philipperbrief 2,8:
„Er wurde gehorsam bis zum Tod.“
Zugleich ist der Tod Jesu Bestätigung seiner Sendung. Er hielt an der von Gott empfangenen Botschaft fest und widerrief sie nicht, um sein Leben zu retten. Gerade dadurch wurde deutlich, dass seine Verkündigung nicht aus Eigennutz geschah, sondern aus Treue zu Gott.
Johannesevangelium 12,49:
„Der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen soll.“
Darüber hinaus wirkt der Tod Jesu als moralischer und geistlicher Anstoß. Er ruft die Menschen zur Umkehr, zur Dankbarkeit und zu einem neuen Leben in der Nachfolge auf. Das Kreuz fordert nicht passives Vertrauen auf ein fremdes Opfer, sondern eine aktive Veränderung des Lebens.
Erster Petrusbrief 2,21:
„Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen.“
Schließlich ist der Tod Jesu die Grundlage seiner Erhöhung. Weil er Gott treu blieb, hat Gott ihn auferweckt und ihm Macht und Herrschaft verliehen. Seine Erhöhung ist die göttliche Antwort auf seinen Gehorsam, nicht die Rückkehr zu einer angeblich ursprünglichen Gottheit.
Philipperbrief 2,9:
„Darum hat ihn auch Gott erhöht.“
Die Vergebung der Sünden gründet sich im sozinianischen Verständnis nicht auf ein blutiges Opfer, sondern auf Gottes freie Gnade. Gott vergibt dem Menschen, der umkehrt und glaubt, aus Barmherzigkeit – nicht aufgrund einer stellvertretenden Strafleistung.
Apostelgeschichte 3,19:
„So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden.“
So wird der Tod Jesu als zentrales Ereignis des Glaubens verstanden, ohne Gottes Gnade zu begrenzen oder Jesus über die biblisch bezeugte Stellung hinaus zu erhöhen.
Der Tod Jesu ist nach sozinianischem Verständnis ausdrücklich kein Sühneopfer im Sinne einer stellvertretenden Genugtuung. Er ist weder eine Zahlung für Schuld noch ein Opfer, das Gottes Zorn besänftigt oder ihn erst zur Vergebung bewegt. Gott vergibt, weil er gnädig ist – nicht, weil ihm Blut dargebracht wurde. Das Kreuz verändert daher nicht Gott, sondern den Menschen: Es offenbart den Ernst des göttlichen Anspruchs, zeigt den Weg des Gehorsams und ruft zur Umkehr und Nachfolge auf. In dieser Bedeutung ist der Tod Jesu zentral für den Glauben, ohne Gottes Barmherzigkeit einzuschränken oder Jesus über seine biblisch bezeugte Stellung hinaus zu erhöhen.
4. Schrift und Vernunft gehören zusammen
1. Thessalonicher 5,21: „Prüfet alles, das Gute behaltet.“
Der Sozinianismus misst der menschlichen Vernunft im theologischen Denken eine zentrale und unverzichtbare Rolle bei. Dabei wird die Vernunft nicht als Ersatz für die Offenbarung Gottes verstanden, sondern als das von Gott selbst gegebene Werkzeug, um diese Offenbarung zu erfassen, zu prüfen und richtig zu verstehen. Schrift und Vernunft stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern in einem notwendigen Ergänzungsverhältnis. Ohne Vernunft bleibt die Schrift ein unverständlicher Text; ohne Schrift verliert die Vernunft ihre geistliche Orientierung.
Die Bibel setzt den Gebrauch der Vernunft beim Menschen voraus. Sie richtet sich nicht an willenlose Empfänger, sondern an denkende, verantwortliche Personen. Immer wieder fordert sie dazu auf, zu hören, zu verstehen, zu unterscheiden und zu urteilen. Der biblische Glaube ist daher kein blinder Gehorsam gegenüber unverständlichen Lehrsätzen, sondern eine Überzeugung, die durch Einsicht und Prüfung entsteht.
Jesajabuch 1,18:
„Kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR.“
Ein Glaube, der sich der Prüfung entzieht, widerspricht diesem biblischen Ansatz. Der Sozinianismus hält es deshalb nicht nur für erlaubt, sondern für geboten, religiöse Lehren zu prüfen, ihre Voraussetzungen offenzulegen und ihre Folgerungen kritisch zu bedenken. Wo eine Lehre der klaren Vernunft widerspricht oder nur durch komplizierte philosophische Konstruktionen aufrechterhalten werden kann, besteht berechtigter Anlass zur Zurückweisung.
Dabei wird die Vernunft nicht als autonome Instanz über Gott erhoben. Sie urteilt nicht darüber, ob Gott handeln darf, sondern darüber, wie seine Offenbarung zu verstehen ist. Gott widerspricht sich nicht selbst. Daher kann eine Lehre, die logisch widersprüchlich, begrifflich unklar oder innerlich inkohärent ist, nicht als verbindliche Offenbarung Gottes gelten. Dies gilt insbesondere für dogmatische Systeme, die behaupten, zentrale Glaubensinhalte seien zwar wahr, aber grundsätzlich unverständlich.
Erster Korintherbrief 14,33:
„Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“
Der Sozinianismus lehnt deshalb Geheimlehren ab, die sich dem Verstehen entziehen und dennoch absoluten Glaubensgehorsam verlangen. Lehren, die mit dem Hinweis auf ein „heiliges Geheimnis“ gegen jede rationale Nachfrage immunisiert werden, stehen im Verdacht, menschliche Konstruktionen zu sein. Die Schrift selbst kennt zwar göttliche Tiefen, sie spricht jedoch in verständlicher Sprache und richtet sich an das Erkenntnisvermögen des Menschen.
Römerbrief 12,2:
„Werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes.“
Glaube bedeutet im sozinianischen Verständnis daher nicht, den Verstand abzuschalten, sondern ihn zu erneuern. Christlicher Glaube ist eine bewusste Zustimmung zu dem, was als wahr, gut und begründet erkannt wurde. Er wächst durch Einsicht, nicht durch Unterdrückung des Denkens.
Diese Haltung hat direkte Konsequenzen für die Lehre. Dogmen, die der Schrift nur durch weitreichende Umdeutungen entnommen werden können, oder die ohne philosophische Hilfskonstruktionen nicht verständlich sind, werden kritisch hinterfragt. Der Sozinianismus hält sich an das, was die Bibel klar und nachvollziehbar bezeugt, und verzichtet bewusst auf spekulative Metaphysik.
Vernunft ist daher kein Gegner des Glaubens, sondern dessen notwendiger Begleiter. Sie schützt vor Aberglauben, vor dogmatischer Erstarrung und vor der Vergöttlichung menschlicher Lehrsysteme. In diesem Sinn folgt der Sozinianismus dem biblischen Aufruf: alles zu prüfen, das Gute zu behalten – und den Glauben auf eine verständliche, verantwortbare und wahrheitsfähige Grundlage zu stellen.
5. Erlösung und Vergebung der Sünden
Der Sozinianismus versteht Erlösung nicht als einen juristischen Akt, bei dem Schuld stellvertretend „abbezahlt“ wird, sondern als einen geistlichen und moralischen Befreiungsprozess. Erlösung bedeutet, dass der Mensch aus der Macht der Sünde herausgeführt und zu einem neuen Leben in Gehorsam, Liebe und Gerechtigkeit befähigt wird. Sie zielt nicht allein auf einen veränderten Rechtsstatus vor Gott, sondern auf eine reale innere und äußere Erneuerung des Menschen.
Diese Sicht knüpft unmittelbar an die Verkündigung Jesu selbst an, der das Reich Gottes nicht als abstrakte Heilsordnung, sondern als konkrete Lebenswirklichkeit verstand.
Lukasevangelium 19,9:
„Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.“
Erlösung geschieht im sozinianischen Verständnis durch mehrere zusammengehörige Elemente, die einander nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Gottes freie Gnade und Barmherzigkeit
Der Ausgangspunkt aller Erlösung ist Gottes freier Wille zur Vergebung. Gott vergibt nicht, weil er dazu gezwungen wäre oder weil zuvor eine Schuld beglichen wurde, sondern weil er barmherzig ist. Seine Gnade ist Ursprung, nicht Ergebnis eines fremden Opfers. Diese Gnade geht dem Menschen voraus und eröffnet ihm überhaupt erst die Möglichkeit zur Umkehr.
Titusbrief 3,5:
„Nicht aus Werken der Gerechtigkeit, die wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit hat er uns gerettet.“
Gottes Gnade hebt dabei weder seine Heiligkeit noch die Verantwortung des Menschen auf, sondern schafft den Raum, in dem echte Umkehr möglich wird.
Buße und Abkehr von der Sünde
Zur Erlösung gehört notwendig die Buße des Menschen. Buße bedeutet mehr als Reuegefühle; sie meint eine bewusste Abkehr von der Sünde und eine Neuausrichtung des Lebens. Ohne diese innere Umkehr bleibt Vergebung leer und wirkungslos.
Apostelgeschichte 3,19:
„So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden.“
Der Mensch wird nicht gegen seinen Willen erlöst. Gottes Gnade wirkt nicht mechanisch, sondern appelliert an das Gewissen und fordert eine Antwort. Erlösung ist daher ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und Mensch.
Glaube an das Evangelium Jesu Christi
Der Glaube richtet sich auf die Botschaft Jesu: auf das Reich Gottes, auf Gottes Vergebungsbereitschaft und auf den Ruf zur Nachfolge. Glauben heißt, dieser Botschaft zu vertrauen und sie als Maßstab für das eigene Leben anzunehmen.
Markusevangelium 1,15:
„Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“
Glaube ist im sozinianischen Verständnis kein bloßes Für-wahr-Halten von Lehrsätzen, sondern eine existenzielle Zustimmung, die sich im Handeln bewährt.
Moralische Erneuerung im Leben
Erlösung zeigt sich konkret in einem veränderten Leben. Wer erlöst ist, lebt nicht mehr unter der Herrschaft der Sünde, sondern richtet sein Handeln an Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit aus. Gute Werke sind nicht die Ursache der Erlösung, aber ihr notwendiger Ausdruck.
Galaterbrief 5,6:
„Der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.“
Jakobusbrief 2,17:
„So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, tot.“
Erlösung bleibt unvollständig, wenn sie sich nicht im Leben des Menschen widerspiegelt.
Die Mittlerschaft Jesu Christi
Jesus Christus ist Mittler nicht durch eine stellvertretende Schuldübernahme, sondern durch Offenbarung, Vorbild und Sendung. Er hat den Menschen die Wahrheit über Gott gelehrt, Gottes Willen klar gemacht und den Weg des Heils aufgezeigt. Durch sein eigenes Leben hat er vorgelebt, wie ein Mensch in Vertrauen, Gehorsam und Liebe mit Gott versöhnt leben kann.
Johannesevangelium 17,3:
„Dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.“
Erster Timotheusbrief 2,5:
„Ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus.“
Jesu Mittlerschaft besteht darin, dass er Menschen zu Gott führt, nicht darin, Gott gegenüber den Menschen zu „besänftigen“. Er verbindet, indem er offenbart, ruft, lehrt und vorlebt.
Erlösung und Vergebung sind im sozinianischen Verständnis kein einmaliger juristischer Akt, sondern ein lebendiger Prozess. Sie beruhen auf Gottes Gnade, verlangen die Umkehr des Menschen, werden im Glauben ergriffen und zeigen sich in einem erneuerten Leben. Jesus Christus ist dabei der von Gott gesandte Lehrer und Wegweiser, durch den der Mensch lernt, in Wahrheit mit Gott versöhnt zu leben.
6. Das Reich Gottes als Ziel des Glaubens
Matthäusevangelium 5,5:
„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“
Im Zentrum der Verkündigung Jesu steht das Reich Gottes. Es ist das eigentliche Ziel des Glaubens und der Maßstab, an dem sich das christliche Leben ausrichtet. Der Sozinianismus versteht das Reich Gottes weder als rein innerliche, geistige Erfahrung noch als zeitlose jenseitige Seligkeit der Seele, sondern als die kommende, von Gott selbst aufgerichtete Herrschaft über die Welt. Diese Herrschaft ist real, geschichtlich und auf die Zukunft ausgerichtet.
Jesus verkündete nicht die Flucht aus der Welt, sondern ihre Erneuerung. Das Reich Gottes bedeutet, dass Gott am Ende der Zeiten seine Gerechtigkeit sichtbar durchsetzen, das Böse überwinden und eine neue Ordnung schaffen wird, in der sein Wille vollkommen geschieht. Die Verheißung richtet sich nicht auf eine entrückte Existenz außerhalb der Schöpfung, sondern auf das erneuerte Leben der Menschen unter Gottes gerechter Herrschaft.
Danielbuch 7,14:
„Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht.“
Der Glaube richtet sich daher auf Hoffnung. Christen erwarten nicht ein sofortiges Paradies beim Tod, sondern die Auferstehung der Toten und das ewige Leben, das Gott am Jüngsten Tag schenken wird. Der Tod ist kein Übergang in die Vollendung, sondern ein Zustand des Wartens auf Gottes zukünftiges Handeln. Die endgültige Erlösung ist an die Auferstehung gebunden, nicht an die Unsterblichkeit der Seele.
Erster Korintherbrief 15,22–23:
„Wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“
Diese Hoffnung gibt dem Glauben seine Ausrichtung und Ernsthaftigkeit. Sie verlagert den Schwerpunkt vom gegenwärtigen religiösen Erleben auf die kommende Wirklichkeit Gottes, die allein Gott selbst herbeiführen wird.
Zugleich ist das Reich Gottes nicht nur Zukunft, sondern bereits gegenwärtig in einem vorläufigen Sinn. Es beginnt dort, wo Menschen sich unter Gottes Willen stellen und nach den Maßstäben leben, die Jesus verkündet hat. Wer Christus nachfolgt, lebt schon jetzt als Bürger dieses kommenden Reiches – nicht durch politische Macht oder religiösen Zwang, sondern durch eine veränderte Lebensweise.
Lukasevangelium 17,21:
„Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“
Die Nachfolge Christi bedeutet daher, die Prinzipien des Reiches Gottes im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen. Dazu gehören Sanftmut statt Herrschsucht, Feindesliebe statt Vergeltung, Gewaltlosigkeit statt Zwang, Wahrhaftigkeit statt Täuschung und Barmherzigkeit statt Härte. Diese Haltung ist kein Idealismus, sondern Ausdruck des Vertrauens darauf, dass Gottes Gerechtigkeit sich letztlich durchsetzen wird.
Matthäusevangelium 5,44:
„Liebt eure Feinde.“
In diesem Sinn ist das Reich Gottes bereits angebrochen – nicht als politische Ordnung oder sichtbare Machtstruktur, sondern in der Lebenspraxis derer, die Christus nachfolgen. Doch seine Vollendung steht noch aus. Erst mit der Auferstehung der Toten und der endgültigen Aufrichtung von Gottes Herrschaft wird das Reich Gottes in seiner ganzen Fülle sichtbar werden.
Der Glaube lebt daher aus der Spannung zwischen Gegenwart und Zukunft: Er gestaltet das Leben hier und jetzt nach den Maßstäben des kommenden Reiches und richtet sich zugleich in Hoffnung auf den Tag, an dem Gott selbst alles vollenden wird.
7. Die Auferstehung und das ewige Leben
Die Hoffnung der Christen richtet sich im sozinianischen Verständnis nicht auf eine von Natur aus unsterbliche Seele, sondern auf die Auferstehung der Toten am Ende der Zeiten. Das biblische Evangelium verkündet nicht das Weiterleben eines unsterblichen Seelenteils nach dem Tod, sondern Gottes machtvolles Handeln, durch das er die Toten wieder zum Leben ruft. Der Tod wird dabei als wirklicher Tod verstanden – als Ende des gegenwärtigen Lebens –, nicht als Übergang in eine andere bewusste Existenzform.
Zentrum dieser Hoffnung ist Jesus Christus selbst. Seine Auferweckung ist kein isoliertes Wunder, sondern der Anfang dessen, was Gott mit allen Gläubigen zu tun verheißen hat.
Erster Korintherbrief 15,20:
„Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen.“
Jesus ist der Erstling der Auferstehung, das heißt: Seine Auferweckung ist Vorbild, Garantie und Grundlage der zukünftigen Auferstehung der Gläubigen. Wie Gott ihn aus dem Tod gerufen hat, so wird er auch diejenigen auferwecken, die zu Christus gehören. Die Hoffnung der Christen richtet sich daher nicht auf ein individuelles Weiterleben unmittelbar nach dem Tod, sondern auf Gottes zukünftiges Eingreifen am Jüngsten Tag.
Johannesevangelium 6,40:
„Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“
Diese Hoffnung ist untrennbar mit der Auferstehung verbunden. Ohne Auferstehung gäbe es kein ewiges Leben. Das Neue Testament kennt keine Erlösung ohne leibliche Wiederherstellung durch Gott. Gerade darin unterscheidet sich die biblische Hoffnung deutlich von philosophischen Vorstellungen einer von Natur aus unsterblichen Seele, wie sie aus der griechischen Denkweise stammen. Der Mensch ist sterblich und bleibt es aus sich selbst heraus.
Erster Timotheusbrief 6,16:
„[Gott] allein hat Unsterblichkeit.“
Unsterblichkeit ist dem Menschen nicht angeboren. Sie ist keine natürliche Eigenschaft, sondern eine Gabe Gottes. Ewiges Leben wird nicht automatisch allen Menschen zuteil, sondern wird von Gott denen geschenkt, die ihm vertrauen und treu bleiben. Es ist Ergebnis göttlicher Gnade, nicht menschlicher Natur.
Römerbrief 6,23:
„Die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus.“
Das ewige Leben ist daher keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Verheißung. Es wird im Gericht Gottes zugesprochen und in der Auferstehung verwirklicht. Diese Perspektive verleiht dem Glauben Ernst und Zielgerichtetheit: Das gegenwärtige Leben ist Vorbereitung auf das kommende, nicht gleichgültig oder bedeutungslos, sondern von bleibender Verantwortung geprägt.
Johannesevangelium 5,28–29:
„Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden.“
Die Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben ist damit zutiefst zukunftsorientiert. Sie richtet den Blick nicht auf ein sofortiges Weiterleben nach dem Tod, sondern auf Gottes endgültigen Sieg über den Tod selbst. Erst in der Auferstehung wird das Leben vollendet, das Gott den Glaubenden verheißen hat.
So gründet die christliche Hoffnung nicht auf einer unsterblichen Seele, sondern auf dem lebendigen Gott, der Tote auferweckt. Das ewige Leben ist seine Gabe – geschenkt aus Gnade, verwirklicht in der Auferstehung und empfangen von denen, die im Glauben an ihn festgehalten haben.
8. Ablehnung unbiblischer Dogmen
Der Sozinianismus weist konsequent alle Lehren zurück, die weder klar biblisch bezeugt noch vernünftig nachvollziehbar sind. Maßgeblich ist dabei der Grundsatz, dass Gott sich verständlich offenbart und vom Menschen keinen Glauben an widersprüchliche oder unklare Dogmen verlangt. Im Einzelnen betrifft dies insbesondere folgende Lehrpunkte:
Die Trinität
Die Trinitätslehre wird zurückgewiesen, weil sie den einen Gott faktisch in drei göttliche Wesen oder Personen aufteilt. Zwar wird formal betont, Gott sei „einer“, tatsächlich aber entstehen drei voneinander unterschiedene Träger von Bewusstsein, Willen und Handeln. Eine solche Vorstellung findet im biblischen Text keine klare Grundlage. Weder Jesus noch die Apostel lehren einen dreipersönlichen Gott. Stattdessen wird Gott durchgehend als der eine Vater bezeugt. Die Trinität gilt im Sozinianismus als spätere dogmatische Konstruktion, die unter philosophischem Einfluss entstanden ist und das einfache biblische Gottesbild verkompliziert.
Die Präexistenz Jesu
Der Sozinianismus lehnt die Vorstellung ab, Jesus habe bereits vor seiner Geburt als himmlisches Wesen existiert. Die Schrift bezeugt Jesus als wirklichen Menschen, der aus einer Frau geboren wurde, wuchs, lernte und litt. Seine Sohnschaft besteht nicht in einer ewigen Existenz, sondern in seiner einzigartigen Berufung durch Gott. Aussagen über Jesu „Herabkommen“ oder „Sendung“ werden funktional verstanden, nicht ontologisch. Jesus existierte nicht als Person vor seiner Geburt, sondern begann sein Leben als Mensch – von Gott gesandt, bevollmächtigt und später erhöht.
Die Erbsündenlehre
Die klassische Erbsündenlehre wird zurückgewiesen, weil sie dem Menschen eine vererbte Schuld zuschreibt, für die er persönlich keine Verantwortung trägt. Zwar erkennt der Sozinianismus an, dass der Mensch zur Sünde neigt und in einer von Sünde geprägten Welt lebt, doch Schuld entsteht erst durch eigenes Handeln. Die Bibel macht den Menschen für seine eigenen Entscheidungen verantwortlich, nicht für die Sünde eines Vorfahren. Eine vererbte Schuld widerspricht sowohl der biblischen Gerechtigkeitsvorstellung als auch der Vernunft, da Schuld immer persönliches Verschulden voraussetzt.
Die stellvertretende Sühneopfer-Lehre
Die Vorstellung, Jesus habe durch seinen Tod stellvertretend die Strafe für die Sünden anderer getragen, wird abgelehnt. Sie setzt einen Gottesbegriff voraus, nach dem Gott ohne Blutvergießen nicht vergeben könne. Der Sozinianismus hält dem entgegen, dass Gott aus freier Gnade vergibt und Vergebung an Umkehr und Glauben bindet, nicht an eine stellvertretende Strafzahlung. Der Tod Jesu ist kein Opfer zur Besänftigung Gottes, sondern Ausdruck seines Gehorsams, Bestätigung seiner Sendung und Grundlage seiner Erhöhung. Gott vergibt, weil er barmherzig ist – nicht, weil ihm eine Schuld „bezahlt“ wurde.
Die Unsterblichkeit der Seele
Auch die Lehre von einer von Natur aus unsterblichen Seele wird zurückgewiesen. Sie findet sich nicht im biblischen Denken, sondern entstammt vor allem der griechischen Philosophie. Die Schrift beschreibt den Menschen als sterblich und setzt seine Hoffnung nicht auf ein bewusstes Weiterleben nach dem Tod, sondern auf die Auferstehung der Toten am Ende der Zeiten. Unsterblichkeit ist keine menschliche Eigenschaft, sondern eine Gabe Gottes, die er in der Auferstehung verleiht. Die christliche Hoffnung richtet sich daher nicht auf die Seele, sondern auf Gottes zukünftiges Handeln.
Der Sozinianismus versteht sich als bewusste Rückkehr zu einem verständlichen, biblisch begründeten Christentum. Er lehnt Lehrsysteme ab, die nur durch philosophische Hilfskonstruktionen aufrechterhalten werden können, und hält an dem fest, was die Schrift klar bezeugt und die Vernunft verantworten kann. Glaube ist dabei keine Unterwerfung unter unverständliche Dogmen, sondern eine durch Prüfung, Einsicht und Überzeugung gewonnene Bindung an Gott.
Warum Sozinianismus?
Der Sozinianismus versteht sich nicht in erster Linie als ein weiteres theologisches System oder als Ansammlung besonderer Lehrsätze, sondern als bewusste Rückbesinnung auf den Kern des christlichen Glaubens. Er ruft dazu auf, Gott im Geist der Wahrheit zu verehren und Jesus Christus konsequent nachzufolgen – nicht durch das Für-wahr-Halten komplexer Dogmen, sondern durch ein Leben, das sich an Gottes Willen orientiert.
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (Matthäus 22,37)
Dieses Wort Jesu bringt den Mittelpunkt des Glaubens auf den Punkt. Gott zu lieben bedeutet, ihm mit Vertrauen, Ehrfurcht und Gehorsam zu begegnen. Diese Liebe ist keine abstrakte Frömmigkeit, sondern zeigt sich im Denken, Wollen und Handeln des Menschen. Der Sozinianismus nimmt diese Forderung ernst, indem er Gott nicht durch unverständliche Lehrkonstruktionen verdunkelt, sondern ihn als den einen Vater bekennt, der den Menschen zu einem vernünftigen und verantwortlichen Glauben ruft.
Zugleich erkennt der Sozinianismus Jesus als den von Gott gesandten Messias, Lehrer und Wegweiser an. Jesus steht im Zentrum, nicht als metaphysisches Rätsel, sondern als Vorbild eines vollkommen gottgefälligen Lebens. Seine Lehre, sein Handeln und sein Gehorsam zeigen, wie der Mensch in rechter Beziehung zu Gott leben kann. Ihm nachzufolgen bedeutet, seine Worte ernst zu nehmen und sie im Alltag umzusetzen.
Johannesevangelium 14,23:
„Wer mich liebt, wird mein Wort halten.“
Der Sozinianismus betont daher, dass wahrer Glaube sich nicht im Bekenntnis zu Dogmen erschöpft, sondern in gelebter Nachfolge bewährt. Christsein bedeutet, die Gebote der Liebe konkret werden zu lassen: Gott über alles zu lieben und dem Mitmenschen in Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrhaftigkeit zu begegnen. Der Maßstab des Glaubens ist nicht die Zustimmung zu komplizierten Lehrformeln, sondern die Ausrichtung des Lebens an Jesu Worten.
Warum also Sozinianismus?
Weil er den Glauben von unnötigen metaphysischen Lasten befreit und auf das Wesentliche konzentriert: auf die Liebe zu Gott, auf die Nachfolge Jesu und auf ein Leben, das dem kommenden Reich Gottes entspricht. Er lädt dazu ein, Gott mit ganzem Herzen und klarem Verstand zu dienen und den Glauben nicht als Rätsel, sondern als Weg zu einem erneuerten Leben zu verstehen.